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"Wir sehen uns in 5 Jahren an gleichem Ort zu gleicher Zeit"

08-01-2018 18:34
von Jörg Fernbach
Foto Jörg Fernbach
Foto Jörg Fernbach

Das waren die Abschiedsworte von Harry Themel zu seinem 85. Geburtstag an seine damaligen Gratulanten. Diese 5 Jahre waren nun um und alle kamen wieder zur gleichen Zeit an den gleichen Ort um Harry Themel zu seinem 90. Geburtstag zu gratulieren. Nur eins war diesmal etwas anders: Hatte Harry Themel seine Gäste zum 85. noch einzeln benannt, seine Frau aber dabei vergessen, begrüßte er diesmal alle gemeinsam, namentlich aber nur seine Ehefrau Heidrun. Sie nahm es mit Humor und zum ersten Mal bei einem Geburtstagsjubiläum ihres Mannes, hielt sie eine emotionale Laudatio auf sein langes, immer dem Sport verbundenes Leben. Es waren klare Worte, als sie erklärte, dass der Sport in seinem Leben oft vor der Familie kam, seine Familie aber es so respektierte und ihn immer dabei unterstützte. An dieser Stelle deshalb nicht nur ein großes Dankeschön an Harry Themel, sondern an seine ganze Familie.
Für ihn begann alles in Jena an der Uni bei der Ausbildung zum Sportlehrer, und dann begann Harry als Leichtathletiktrainer in Jena. Riesa, Frankfurt/Oder und Dresden waren seine weiteren Stationen als Sprint- und Hürdentrainer. Dabei gelang Harry schon in Frankfurt der „große Wurf“, denn mit Raimund Bethge trainierte er dort einen 110-m-Hürdenläufer, der es schaffte, bei großen Ereignissen zu glänzen. Raimund Bethge war 1969 der erste DDR-Hürdenläufer, der ein EM-Finale erreichte, und dort einen fünften Rang belegte. Allerdings wechselte Raimund später die Sportart – er war erfolgreicher Bobsportler und danach Bundestrainer. Natürlich war Raimund beim 85. Geburtstag seines ehemaligen Trainers dabei und betonte:“ Mein Trainer hat mich zur Selbstständigkeit erzogen, und dies half mir viel in meiner späteren Trainertätigkeit“. Mit Carsten Petters betreute Harry dann beim SC Einheit Dresden ein weiteres Talent: Carsten wurde 1977 mit der 4 x 400-m-Staffel des DVfL Junioreneuropameister, und auch bei Auftritten beim Welt- und Europacup stand Carsten in der 4 x 400-m-Staffel. Und wer heute in unserem Sächsischen Terminkalender den LSV Pirna sucht, der findet dort Carsten Petters als Abteilungsleiter!
Doch auch als Rentner kannte und kennt Harry keinen Ruhestand. Verschiedene Fachtexte der Leichtathletik hat er ins Deutsche übersetzt, und als Journalist hat sich Harry ebenfalls einen Namen gemacht, denn mit viel Liebe gestaltete er zwischen 1992 und 2002 als Pressewart bei unserem Landesverband als verantwortlicher Redakteur die Verbandszeitschrift „LA in Sachsen“. Doch Harry kann ohne Leichtathletik nicht sein: Jetzt hat es ihm die Geschichte der Deutschen Leichtathletik angetan. Vier Bücher über den Sprint und Hürdenlauf sind schon entstanden, und ein fünftes Buch ist in Vorbereitung.
Für seine Verdienste und sein jahrzehntelanges Wirken für die Leichtathletik wurde Harry u.a. 1995 mit der Ehrennadel des LVS in Gold und 2007 mit dem Ehrenschild des Deutschen Leichtathletik-Verbandes geehrt,
Harry Themel hat sich sehr über seine Gratulanten aus den Reihen des Leichtathletik-Verbandes Sachsen gefreut. Mit seinem Nachfolger als Pressewart, Peter Strauß und seinem Nachnachfolger Jörg Fernbach kommt er auf insgesamt 22 "Dienstjahre" in der Öffentlichkeitsarbeit des nunmehr seit 27 Jahren bestehenden Leichtathletik-Verbandes Sachsen. Gemeinsam sind sie 233 Jahre alt und hoffen zukünftig auf "Entlastung" durch Jüngere.
Jörg Fernbach, gleichzeitig Vizepräsident Breitensport überbrachte die Glückwünsche des gesamten Präsidiums und wünschte Harry Themel auch im Namen des Präsidenten des LVS, Dr. Tassilo Lenk, noch viel Gesundheit und noch viele gemeinsame Jahre mit seiner Ehefrau.
Leider verabschiedete sich Harry Themel diesmal nicht mit dem Spruch: "in 5 Jahren zu gleicher Zeit am gleichen Ort" hatte aber nicht mit seiner Frau gerechnet. Ihr Credo: "In 10 Jahren zur gleichen Zeit an gleicher Stelle".
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Jörg Fernbach

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